Alpha Park. UA: Zimmertheater Tübingen
Regie: Christian Schäfer
Uraufführung: 28.10.2007
Infos: Zimmertheater Tübingen
Rechte:
Whale Songs Hamburg


  

PRESSE:
 

Theater der Zeit  |  April 2008 Otto Paul Burkhardt

Ein Plot, der groteske Züge trägt: Denn Arbeit, Wohnung, Kinder – das alles ist hier nur als Sponsoringfall finanzierbar. Die auserkorene Modellfamilie verkauft sich komplett an eine obskure Firma (ein moderner Teufelspakt) und muss sich fürderhin im „Alpha Park“ als rares Exemplar eines Lebensgesamtglücks begaffen lassen. Die Firma zahlt alles – „mit einer garantierten Laufzeit von zwanzig Jahren“. Christian Schäfer (Regie) verlegt das Ganze ins Foyer eines Sektenkonzerns – ein ganz in Weiß ausgestalteter Raum mit dem Charme einer Sterbeklinik und Vorhängen in peniblem Faltenwurf (Ausstattung Hella Prokoph). Weißer Spiritualitätsterror als Vorhof zur schwärzesten Hölle? Robert Arnolds Krakert, dessen Menschenfang-Methoden an das ähnlich lautende Meerestier erinnern, bewegt sich in diesem Schauhaus lebender Exponate als Seelenfischer, Dompteur und Gefangenenwärter. [...] Gleichzeitig inspiziert er die abgeworbene Mutter (willenlos bis aufbegehrend: Nicole Schneider) wie ein Abschreibungsobjekt. Oder ordnet alsbald im Gestus eines gebrüllten „Führer“-Befehls die Produktion eines weiteren Kindes an. Halb Dystopie, halb Albtraum: „Alpha Park“ ist bildkräftig und detailreich inszeniert.


Die Deutsche Bühne  |  April 2008 Wilhelm Triebold

Sci-Fi-Satire, die ein skurriles Arbeits- und Lebensmodell der Zukunft entwirft, schräge Regeln für den Menschenpark mit gesponserter grundgütig heiler Familie.


SWR 2  |  29.10.2007 Pia Fruth

In brillanten und gerade darum so unangenehm inquisitorischen Dialogen lässt Autor Joachim Zelter die strahlend weiße Kunstwelt zu Eis erstarren. Das macht nicht nur Frösteln, das lässt das Blut in den Adern gefrieren. Denn nicht zuletzt durch die großartige Leistung der drei Schauspieler ist Alpha Park beklemmend realistisch und viel mehr als bloße Utopie.


Stuttgarter Nachrichten |  30.10.2007 Horst Lohr

Ausstellungsstück Familienleben im Erlebnispark

Fesseln kann Christian Schäfer mit seiner Inszenierung der Uraufführung von Joachim Zelters „Alpha Park“. In seinem sarkastischen Kammerspiel beobachtet der in Tübingen lebende Autor ein Paar, das seine gesamte Existenz von einer Firma planen und sponsern lässt. Als Gegenleistung müssen die beiden ihr Zuhause samt Ehe- und Familienleben in einen Erlebnispark verwandeln und sich von Besuchergruppen als exotische Exponate begaffen lassen. (…) Mit sparsamen, szenisch sehr wirksamen Mitteln wie dezent eingespielter Musik und dem differenzierten Spiel schafft die Inszenierung eine beklemmende Atmosphäre chronischer Fremdbestimmung.


Reutlinger Nachrichten  |  30.10.2007 Kathrin Kipp

Helden der fröhlichen Apokalypse. Christian Schäfer inszeniert Uraufführung als Satire-Mix

Die Zuschauer sehen eine satirische Mischung aus Truman-, Stasi-, Big Brother- und Holt-mich-hier-raus-Show, die allerlei Assoziationen freisetzt. Und die immer faschistoidere Züge annimmt, obwohl die Probanden freiwillig da sind. Die Lovestory gibt’s noch als überzogenes Erinnerungs-Rührstück mit Diashow und Kreuzfahrtpolonaise, Blumenketten, Limbo und künstlicher Liebeshysterie.


Reutlinger Generalanzeiger  |  30.10.2007 Veit Müller

Schöne neue Welt!

Beklemmendes Zukunftsbild von einer Gesellschaft, die manipuliert wird und letztendlich alle Freiheiten aufgibt, um eine gesicherte Existenz zu erhalten. [...] Die ausgezeichnete Tübinger Inszenierung von »Alpha Park« (Regie: Christian Schäfer), die bei der Premiere zurecht viel Beifall erhielt, ist ganz in aseptisches Weiß gesetzt. [...] Ebenso nachdenklich macht Zelters zweites Stück »Vorstellungsgespräch«, das am Samstag im Stuttgarter Forumtheater uraufgeführt wurde.