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Alpha Park
UA: Zimmertheater Tübingen
Regie: Christian Schäfer
Besetzung: Robert Arnold, Endre Holéczy & Nicole Schneider
Uraufführung: 28.10.2007

Infos: Zimmertheater Tübingen
Rechte:
Hartmann & Stauffacher

 

Alpha Park, das sind nicht nur Fonds und Versicherungen, Konjunkturdaten und Börsenwerte, sondern Lebensentwürfe, Lebensbeispiele, bis hin zur Familienplanung. Man könnte auch sagen: Familiensponsoring. Eine umfassende Absicherung und Ermöglichung von Familienleben durch einen Großkonzern namens Alpha Park.

Alpha Park, das bedeutet das Wagnis neuartiger Lebenswege und atemberaubender Ausnahmen: zum Beispiel die Möglichkeit, Kinder auf die Welt zu bringen.

Alpha Park, das ist ein Bühnenstück in einer ungewissen Zukunft, in dem es keine Familien mehr gibt, geschweige denn Familien mit Kindern. Es ist eine Welt, in der Ehe und Familie nur noch als umfassendes Sponsoring denkbar sind. „Ist Ihnen klar, dass Sie Kinder haben. Kinder! Dass andere Menschen keine Kinder haben, noch jemals Kinder haben werden, nicht einmal in ihren kühnsten Träumen, weil ihre Kinder nicht den Hauch einer Chance hätten. So wie Ihre eigenen Kinder unter anderen Umständen nicht den Hauch einer Chance hätten.“

 


PRESSE:

Theater der Zeit  |  April 2008 Otto Paul Burkhardt

Ein Plot, der groteske Züge trägt: Denn Arbeit, Wohnung, Kinder – das alles ist hier nur als Sponsoringfall finanzierbar. Die auserkorene Modellfamilie verkauft sich komplett an eine obskure Firma (ein moderner Teufelspakt) und muss sich fürderhin im „Alpha Park“ als rares Exemplar eines Lebensgesamtglücks begaffen lassen. Die Firma zahlt alles – „mit einer garantierten Laufzeit von zwanzig Jahren“.  […] Halb Dystopie, halb Albtraum: „Alpha Park“ ist bildkräftig und detailreich inszeniert.

 

Die Deutsche Bühne  |  April 2008 Wilhelm Triebold

Sci-Fi-Satire, die ein skurriles Arbeits- und Lebensmodell der Zukunft entwirft, schräge Regeln für den Menschenpark mit gesponserter grundgütig heiler Familie.

 

SWR 2  |  29.10.2007 Pia Fruth

In brillanten und gerade darum so unangenehm inquisitorischen Dialogen lässt Autor Joachim Zelter die strahlend weiße Kunstwelt zu Eis erstarren. Das macht nicht nur Frösteln, das lässt das Blut in den Adern gefrieren. Denn nicht zuletzt durch die großartige Leistung der drei Schauspieler ist Alpha Park beklemmend realistisch und viel mehr als bloße Utopie.

 

Stuttgarter Nachrichten |  30.10.2007 Horst Lohr

Fesseln kann Christian Schäfer mit seiner Inszenierung der Uraufführung von Joachim Zelters „Alpha Park“. In seinem sarkastischen Kammerspiel beobachtet der in Tübingen lebende Autor ein Paar, das seine gesamte Existenz von einer Firma planen und sponsern lässt. […] Mit sparsamen, szenisch sehr wirksamen Mitteln wie dezent eingespielter Musik und dem differenzierten Spiel schafft die Inszenierung eine beklemmende Atmosphäre chronischer Fremdbestimmung.

 

Reutlinger Nachrichten  |  30.10.2007 Kathrin Kipp

Die Zuschauer sehen eine satirische Mischung aus Truman-, Stasi-, Big Brother- und Holt-mich-hier-raus-Show, die allerlei Assoziationen freisetzt. Und die immer faschistoidere Züge annimmt, obwohl die Probanden freiwillig da sind. Die Lovestory gibt’s noch als überzogenes Erinnerungs-Rührstück mit Diashow und Kreuzfahrtpolonaise, Blumenketten, Limbo und künstlicher Liebeshysterie.

 

Reutlinger General-Anzeiger  |  30.10.2007 Veit Müller

Beklemmendes Zukunftsbild von einer Gesellschaft, die manipuliert wird und letztendlich alle Freiheiten aufgibt, um eine gesicherte Existenz zu erhalten. […] Die ausgezeichnete Tübinger Inszenierung von »Alpha Park« (Regie: Christian Schäfer), die bei der Premiere zurecht viel Beifall erhielt, ist ganz in aseptisches Weiß gesetzt. […] Ebenso nachdenklich macht Zelters zweites Stück »Vorstellungsgespräch«, das am Samstag im Stuttgarter Forumtheater uraufgeführt wurde.