Cord Beintmann, Privatführung durchs Neuschwanstein der Übertreibungen (Stuttgarter Zeitung, 08.04.2003):
Ein bizarrer Szenenreigen, prall gefüllt mit ungemein amüsanten Ideen und herrlichen Sprachspielereien.
Barbara Honner, Die Lieb-Haberin (Tübinger Blätter, 89. Jahrgang, 2003):
Was Joachim Zelter auf 150 Seiten bietet, ist Sprach- und Situationskomik pur. Im Spiel mit den Identitäten wirft der Wortjongleur Zelter hinreißend komische Dialoge aufs Papier und führt den Leser unterhaltsam durch eine groteske Szenerie von Irrungen und Wirrungen. Keine leichte Lektüre, aber eine, die aus der Masse der Neuerscheinungen herausragt.
Sonja Jaser, Ausdruck einer verrückten Welt: Gnadenlose Konstruktion verliebter Wirklichkeit (Südkurier, 18.11.2002):
Wenn Fatie und Frederick zusammentreffen, gerät alles durcheinander. Sie ist ein Geist, den er beschwor, indem er sich für eine andere in Szene setzte. Für sie verwandelte sich der Dozent für englische Literatur in einen englischen Beerdigungsunternehmer. Als solchen nimmt ihn die Verehrerin bedingungslos und noch viel mehr: Gnadenlos. Was immer der Held im Weiteren tut, er kann sich den Verhältnissen nicht mehr entwinden. Wie unterhaltsam erzählend Joachim Zelter dieses komplexe Konstrukt gelingt, ist auch bei seiner inzwischen dritten Romanveröffentlichung beeindruckend.
Martin Halter, Selten ist sie lieb, aber sie liebt: Joachim Zelter entwirft eine postmoderne Variante von Julia und Romeo (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2002):
Kokett und britisch unterkühlt, verspielt wie Jean Paul und geistreich wie Oscar Wilde … Sein tragikomischer Romeo ist im Grunde ein Hamlet, zu tatenarm und gedankenvoll, um lieben zu können. Zelter ist darum noch kein Shakespeare. Aber seit Dietrich Schwanitz hat kein deutscher Anglist die Sprache der Liebe mit mehr Esprit dekonstruiert und weniger Herzblut gerettet.
Kirsten Waltert, In den Fängen der eigenen Fiktion (Nürnberger Nachrichten, 24.08.2002):
Sagenhafter Sprachwitz. Mit seinem dritten Roman ist Zelter eine sehr amüsante Geschichte über die Liebe gelungen, die zeigt, daß Mann und Frau ihre Verliebtheit völlig unterschiedlich empfinden und ausleben. Einem modernen Don Quijote gleich, verstrickt sich der Erzähler zunehmend in seiner Fiktion. Oscar Wildes „Life imitates Art far more than Art imitates life“ (Das Leben imitiert die Kunst viel mehr als die Kunst das Leben) wird zum Programm.
Frank Schorneck, TITEL: Magazin für Literatur und Film (Bestenliste: August 2002):
Zelters Roman ist hochgradig komisch, sprudelt über vor Sprachwitz und hintergründiger Beziehungsanalyse – schlicht und einfach ein Lesegenuß, der durch keinen noch so kleinen Einwand getrübt wird.
Ida Dehmer, Bücherschau 155 (April bis Juni 2002):
Skurril ist wohl das Wort, mit dem Joachim Zelters Geschichte vom Literaturwissenschaftler und zeitweiligen Friedhofssoziologen beschreiben könnte. Sie spielt mit Sein und Schein und zeigt die vielen Bilder, die ein Mensch von sich selbst entwirft, um den anderen zu täuschen.
Benedikta Rothstein, Fabulierkunst voller Kreativität und Esprit (Lindauer Zeitung, 16.05.2002):
Kreativität, Witz und Esprit kennzeichnen die Romane Joachim Zelters. Die Lieb-Haberin begeistert durch pointierten schwarzen Humor.
Udo Dickenberger, Im Bann des Gelesenen (Wiener Zeitung, 03.05.2002):
Grandios deckt der Autor eine erbarmungswürdige Öde auf. Keine Illusion stiftet hier Sinn; der Held assoziiert und analysiert zu gut, um lieben zu können. In einer merkwürdigen Weise steht er neben sich, schaut sich zu – und peilt als Ausweg aus dem Elend der Intimität am Ende ausgerechnet eine Hochzeit an.
Bettina Dapp, SWR, Literatur im Land (20.04.2002):
Tragik-komisches Täuschungsspiel, das von Runde zu Runde komplizierter wird … Variiert auf höchst intelligente Weise Shakespeares Romeo und Julia … Ein kleines Kunstwerk.
Nina Jauker, Die Liebesnöte eines englischen Friedhofssoziologen (Rundschau, 26.03.2002):
Urkomische Szenen, die Zelter mit genau dem richtigen Maß an Übertreibung ins Groteske abkippen läßt. Der Roman bewirkt ein stetes Kitzeln im Zwerchfell, man wandert innerlich kichernd von einer Pointe zur nächsten. [...] Die Wort- und Sprachgewalt, die Zelter zu einem brillanten Erzähler macht, kommt beim Vorlesen noch besser zur Geltung.
Herbert Malecha, In der Maske eines Friedhofssoziologen: Joachim Zelters skurriler Roman „Die Lieb-Haberin“ (Haller Tagblatt, 08.03.2002):
Fulminantes Kabinettstück der Sprachkunst. [...] Der Leser kann nicht anders, als sich vom Fluss der Sprache forttragen zu lassen, in ihr ein Wechselbad der Gefühle zu erleben. Es wechselt Komik mit Ernst, Skurriles mit Tiefsinn. Nur eines wird er nicht können, nämlich aufhören mit der Lektüre, bevor er den Buchdeckel des Romans zuklappt.
Peter Ertle, Er möchte lieber nicht (Schwäbisches Tagblatt, 02.03.2002):
Tragikomisch, letztlich eine Komödie. Aber eben keine leichte, beliebige Kost. [...] Höhepunkte einer komischen Odyssee.