Pia Reinacher, Galoppierende Entmündigung (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2004):
Zelter verfügt … über eine scharfe Beobachtungsgabe; es gelingt ihm, das Lächerliche aus dem gemeinen Literaturalltag zu destillieren. Wenn er etwa die Lektoratsarbeit beschreibt und das völlige Verschwinden des Autors in der Betriebsamkeit der Verlagsabteilungen. Die galoppierende Entmündigung des Schreibenden durch die Produzierenden nimmt ihren fatalen Verlauf …
Björn Stratmann, Bitterböse Satire auf das Verlagsgeschäft (Literatour-Express):
Als eiskalt und präzise beobachtende, konsequent zu Ende gedachte Nabelschau über den Wahnwitz des Literaturbetriebes ist Joachim Zelter mit Das Gesicht tatsächlich ein Meisterwerk gelungen.
Wolf Peter Schnetz, Blicke statt Worte (Nürnberger Nachrichten, 26.09.2003):
Joachim Zelter [...] zwischen Max Goldt (weniger verspielt) und Wladimir Kaminer (ungleich sprachmächtiger) aus der Generation der heutigen Vierziger, ein gepfeffertes Lesefutter mit einem Schuß von Crime und Sex für Fans von Kult-Autoren.
Die Gesellschaft verlangt nach dem Hochstapler (Salzburger Nachrichten, 12./13.07.2003):
Zelters Lust am Absurden trifft die Aufgeblähtheit und Verlogenheit der bedrückend perfekten Welt, die Bücher in erster Linie nicht als geistiges Produkt, sondern als Markenware versteht, haargenau. Dies ist ein Buch für literarische Feinschmecker.
Groteske aus dem Literaturbetrieb (Wilhelmshavener Zeitung, 31.05.03):
Zelter schreibt die groteske Geschichte staubtrocken, immer irgendwie verquer geradeaus und mit spürbarer Lust am Abstrusen. Ein spitzfindiges Lesevergnügen mit fein untergemischtem Gift.
Silja Ukena (Kulturspiegel/SPIEGEL, Mai 2003):
Die grotesk-komische Geschichte eines gemachten Literaturstars. Vor allem aber ist der Roman ein lustvolles Spiel mit den Möglichkeiten von Sprache, damit, daß Worte Wirklichkeiten schaffen – oder Illusionen von ihr.
Nicola Bardola, Begnadeter Wortjongleur (Börsenblatt. Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel: 16-2003):
Mit einem Kabinettstück der Sprachkunst nimmt sich der Wortjongleur den Literaturbetrieb vor. Kein Wunder, daß der dabei nicht allzu gut wegkommt. [...] „Das Gesicht“ hat etwas von Orwells „1984“, etwas von „Fahrenheit 451“, etwas von Random Houseschem Marketing und etwas von Solarium-Sex und Starrummel.
Hans Gärtner (Chiemgauer Blätter, Nr. 5. 12.04.2003):
Ein Buch, das in seiner Anklage unserer blutleeren, aufgedunsenen, verlogenen Bestseller-geilen Medienwelt schärfer, bis an den Rand der Verletzlichkeit gehend, nicht hätte ausfallen können.
Frank Schorneck, TITEL: Magazin für Literatur und Film (Bestenliste: April 2003):
Wenn man schon “Die Lieb-Haberin” einfach lieb haben mußte, so ist “Das Gesicht” der Beweis, daß es sich bei Joachim Zelter um einen einzigartigen Sprachvirtuosen handelt. Hier wird der Literaturbetrieb vom ahnungslosen Debütanten bis hin zu den geistiegen Höhen- und Tiefflügen des Marketings aufs Vorzüglichste bloßgestellt – unbedingt lesen!!!
Armin Ayren, Schriftstellers Wunsch- und Albträume: Joachim Zelters genialer Roman „Das Gesicht“ (Badische Zeitung, 17.03.2003):
Entlarvender hat keiner die geisttötenden und unter jedem anderen als dem finanziellen Gesichtspunkt lächerlichen Mechanismen der Bestsellerfabriken aufs Korn genommen. Was Zelter mit seinem Autor anstellt, ist als Einfall fast schon genial.
Daniel Wiese, Grüße aus dem Sanatorium. Joachim Zelters aberwitzige Geschichte über den Literaturbetrieb (Reutlinger General-Anzeiger, 08.03.2003):
Zelter, der Übertreibungskünstler, ist wieder ganz in seinem Element.
Cord Beintmann, Mit abgelehnten Manuskripten ist gut heizen (Stuttgarter Zeitung, 28.02.2003):
Eine Schriftstellersatire. Die üblichen Autorennöte (kein Verleger, der ihn drucken will, nirgends) bläst Zelter in seinem vierten Roman, der voller skurriler Ideen ist, ins Groteske auf. Was sich Zelter ausgedacht hat, ist genußvoll gemein und hübsch destruktiv.
Nicole Golombek, Glücklich im Ungewissen (Stuttgarter Nachrichten, 25.02.2003):
Eine grotesk komische Abrechnung mit dem Literaturbetrieb.
Peter Ertle, Joachim Zelters Literaturbetriebsfarce (Schwäbisches Tagblatt, 21.02.2003):
Vor allem die Dialoge haben die Präsenz von Bühnen- oder Filmsequenzen, die unwiderlegbare Suggestion der Traum(un)logik. Der Mix aus wörtlicher Rede, auf Regienanweisungsknappheit reduzierten Kommentaren und eingestreuten Bemerkungen des Ich-Erzählers hat Joachim Zelter in seinem neuen Roman zu erstaunlicher Höhe gebracht. Ein klasse Buch. [...] Joachim Zelter zeigt mit „Das Gesicht“ erneut, daß er zu den lesenswertesten deutschen Schriftstellern gehört.