Theatergruppe der Straßenzeitung TROTT-WAR
Inszenierung & Regie: Jürgen M. Brandtner
Spielort: Kommunales Kontakttheater Stuttgart
Premiere: 07.02.2009
Rechte:
Whale Songs Hamburg


PRESSE:


Nürtinger Zeitung  |  03.03.2009

In einer Inszenierung von Jürgen M. Brandtner spielte das Stuttgarter Trott-War-Theaterteam auf der kleinen Bühne des Kommunalen Kontakt-Theaters in Bad Cannstatt die Bühnenfassung des gleichnamigen Romans aus der Feder des Tübinger Schriftstellers Joachim Zelter, der sich ganz in der Tradition eines George Orwell mit dem Missbrauch der Macht durch ein anonymes System und dessen Repressionsausübung gegenüber Individuen, die am reibungslosen Ablauf einer futuristischen Gesellschaft nicht mitwirken können oder wollen, befasst. [...] Neben acht Stühlen besteht die Requisite lediglich aus einem Bildschirm über der Bühne, mit dem deutlich gemacht wird, dass ein Privatleben während der „Maßnahme“ unmöglich ist. Der „Big Brother“, dargestellt von NZ-Verlegerin Monika Krichenbauer, sieht alles bis ins letzte Detail und nutzt sein Wissen, um die Persönlichkeit der Probanden so gründlich wie möglich zu zerstören. Monika Krichenbauer erweist sich neben der Darstellerin der nicht angepassten Karla, Sabrina Güll, auch als die herausragende Schauspielerin, denn außer dem Projektleiter Helmut Schmid, der den Chef der Anstalt verkörperte, brauchten die Darsteller nicht in ein fremdes Leben hineinzuschlüpfen, um ihre Rollen spielen zu können. Nur zu gut können sie ein Lied davon singen, dass die Behandlung durch die Job-Center mit einem menschenwürdigen Dasein nichts oder nur wenig zu tun hat. Das gibt ihrem Spiel einen Effekt, der einem das Lachen über satirische Momente bereits im nächsten Augenblick im Gesicht gefrieren lässt, verursacht ein Gefühl von Beklemmung, das einen das ganze Stück über nicht verlässt.


Esslinger Zeitung  |  11.02.2009

In teils sehr harten Szenen und Sequenzen, die von allen Akteuren mit Bravour gemeistert wurden und bei denen man nicht nur eigene Betroffenheit, sondern auch die Bühnenbegeisterung der Schauspieler spüren konnte, wurde den Zuschauern ein neuer Blick auf Arbeitslosigkeit vermittelt. Dem Zuschauer wird ein humorvoll und kurzweilig inszeniertes Stück geboten, das angesichts der heute bestehenden Spaltung Gesellschaft in Menschen, die Arbeit haben, und solche, die keine haben, geeignet ist, eine tiefe Betroffenheit auszulösen. [...] Das Publikum war von der Premiere absolut begeistert.


Stuttgarter Zeitung  |  09.02.2009  Mylena Baumann

Beklemmend von der ersten Minute an. Jürgen M. Brandtner inszeniert die Bühnenversion als erbarmungslose, sarkastische Groteske. Im Camp Sphericon werden Arbeitslose einem absurden, menschenverachtenden Bewerbertraining unterworfen. Sie werden schikaniert und sollen sich mit fiktiven Bewerbungen auf einem Arbeitsmarkt verkaufen, auf dem es gar keine Stellen gibt. [...] Das Premierepublikum ist begeistert.