Schule der Arbeitslosen: Theater Krefeld-Mönchengladbach
Regie: Christian von Treskow
Premiere: 01.02.2008
Rechte: Whale Songs Hamburg
PRESSE:
fischelner Woche, 9.-15. Februar 2008
Am Ende bleibt nur der Flug nach Afrika. Treskows Inszenierung „Schule der Arbeitslosen“ wurde zum Erlebnis
Im Zuschauerraum herrscht Stille. Ganz selten ein Lacher über eine der zynischen Pointen auf ein von Phrasen regiertes Wirtschaftsleben, das den Mensch überflüssig macht. Ganz selten ein Applaus-Ansatz. Bis zum Schluss. Als das letzte Bild verlöscht, tost Beifall. Über neun Minuten lang Ovationen! [...] Ein ungewöhnliches, doch empfehlenswertes Schauspiel, das wenn nicht gar beklommen, so doch nachdenklich stimmt. (2 Std. 40Min.; 1 Pause).
Rheinische Post | 04.02.2008 Petra Diederichs
Theater Krefeld: Zirkus der Arbeitslosen
Etagenbetten lassen an Internat denken, an Knast, an Lager. Im kühlen Bühnenlicht meint man den Desinfektionsgeruch der Institutsflure zu riechen. Nächtliche Verhöre, in denen frisierte Lebensläufe bis zur totalen Erschöpfung abgefragt werden, Demütigungen, Kasernierungen – Abschreckbilder. [...] Dem Publikum gelingt der Rückzug ins schützende Unbeteiligtsein nicht. Auf der Bühne geht es um Schicksale, die nicht untrennbar an die Figuren gebunden sind. Sie könnten jeden treffen. Und das wird auch über die verknappte, pointierte Sprache Zelters klar. Ein packender Schauspielabend.
Westdeutsche Zeitung | 04.02.2008 Klaus M. Schmidt
Interniert und abgeschoben.
Kein herkömmliches Drama, Prosapassagen wechseln mit Dialogsequenzen. Die Regie hat die Ebenen geschickt verschränkt, man verfolgt diesem Diskurs mit Spannung, obwohl weit und breit kein Held aufscheint, mit dem man sich identifizieren könnte. Das liegt in der Natur der Sache, wenn es um Menschen geht, deren letzte Reste von Individualität gebrochen werden. [...] Eine gelungene Inszenierung, die auch junges Publikum interessieren kann und interessieren sollte.
